Scharfe Kanten und scharfe Klingen
Ausklappbare Rasiermesser erinnern heutzutage an den Beruf des Barbiers, der bereits so gut wie ausgestorben ist, aber dennoch bei vielen eine romantische Vorstellungskraft vom Kunden auf einem Klappstuhl und dem Barbier mit dem Messer an der Kehle hinter ihm entfaltet.
Nachdem geschliffene Steine und Muscheln bereits vor 25.000 Jahren für die Rasur genutzt wurden, waren weitere alte Hilfsmittel für die Rasur Rasiermesser. Die Herstellung eines Rasiermessers findet in vier Schritten statt. Zuerst wird der Rohling für die Klinge geschmiedet. Diese ist aus Stahl gearbeitet, da sie besonders hart sein muss. Im zweiten Schritt wird die Klinge gehärtet. Dabei hat jeder Schmied seine eigene Methode und sein eigenes Geheimnis zur perfekten Härtung. Der nächste Arbeitsgang ist das Schleifen. Da das Messer besonders scharf sein sollte, wird meistens der so genannte Hohlschliff genutzt. Im letzten Gang wird die Klinge in einen Griff eingearbeitet. Dieser kann von schlichten Holzgriffen bis hin zu aufwendig verzierten Goldgriffen variieren.
Ein Rasiermesser muss besonders gepflegt werden, um eine perfekte Rasur damit durchführen zu können. Nach der selbstverständlichen Reinigung muss die Klinge getrocknet und, wenn möglich, auch eingeölt werden. Im Normalfall wird kein rostfreier Stahl für die Herstellung verwendet, weshalb Klingen oftmals sehr anfällig für Rost sind. Bei jeder Rasur hinterlassen die Barthaare sehr feine Einkerbungen in der Klinge. Diese Kerben können mit einem Lederriemen wieder herausgeschliffen werden. Es ist nicht ratsam, ein und dasselbe Rasiermesser für den täglichen Gebrauch zu nutzen. Die Klinge sollte nach jeder Rasur einige Tage ruhen, damit das Material sich erholen kann. Es ist nicht unüblich, dass man Rasiermesser und Rasierklingen in Sets kaufen kann, die für jeden Tag der Woche ein eigenes Messer haben. Diese Messersätze waren vor allem Anfang des 20. Jahrhundert sehr weit verbreitet. Heutzutage ist die Nutzung eines Rasiermessers sehr selten geworden. Die Messer werden eher noch als Sammlerstücke in der Familie behalten.